Deutsche Musiktherapeutische Vereinigung zur Förderung des Konzeptes nach Schwabe e. V. - DMVS e. V.

Crossener Mitteilungen Nr. 7, Novenber 1996

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DMVO e. V.

 

Die DMVO e. V. auf dem 8. Weltkongress "Klang und Psyche" vom 14.-20. Juli 1996 in Hamburg

Liebe Mitglieder der DMVO e. V.!

 

Während des 8. Weltkongresses für Musiktherapie traten DMVO - Mitglieder in verschiedener Weise hervor - durch Beteiligung an der Kongressvorbereitung, die zahlreiche Teilnahme und in vielen Gesprächen. Hervorzuheben sind als Bestandteile des Rahmenprogramms Christoph Schwabes Gemäldeausstellung sowie sein Orgelkonzert zusammen mit Ulrike Haase im Hamburger "Michel".- Die Kunst der Fuge von Johann Sebastian Bach.

 

Als Referenten traten folgende DMVO - Mitglieder auf:

Jutta Brückner (Leipzig) und Marianne Roch (Berlin) gaben einen Einblick in ihre musiktherapeutische Herangehensweise bei der Arbeit mit Jugendlichen.

Petra Jürgens (Berlin) berichtete über ihre Musik - Sozialarbeit in einem Mecklenburger Strafvollzug - aufschlußreich hinsichtlich der Arbeitsbedingungen, der Entwicklung einer Männergruppe von Langzeitstrafgefangenen, das Mißtrauen der Teilnehmer bis zur allmählichen Zusammenarbeit.

Axel Reinhardt (Dresden) stellte die Arbeit einer Tagesklinik und die musiktherapeutischen Bestandteile ihres Therapieprogramms dar, beides vor dem Hintergrund der Psychiatrie - und Musiktherapieentwicklung im Osten Deutschlands.

Helmut Röhrbom (Erlabrunn) äußerte sich zu den Kausalitätsbedingungen psychotherapeutischen Handelns sowie zum Einsatz der Regulativen Musiktherapie innerhalb eines symtomzentrierten Psychotherapiekonzeptes.

Ulrike Haase (Dresden) referierte zu der Thematik der Sozialmusiktherapie als eine Antwort auf gesellschaftliche Veränderungen.

Helmuth Rudloff (Erfurt) informierte über Arbeit und Geschichte der Akademie Crossen, die Bewahrung fundierter Methoden, die Orientierung auf neue Anforderungen und vielgestaltige Kooperation.

Schließlich sprach Christoph Schwabe (Vollmershain) zur deutschen Musiktherapietradition bzw. - situation, d.h. zur Arbeit an Wirkungszusammenhängen im Osten, Pluralismus im Westen und demzufolge die Notwendigkeit einer "Sprachklärung", sachbezogener Wissenschaft und praxisnaher (nicht nur akademischer) Ausbildung.

Die genannten Beiträge sollen in Form einer Broschüre zugänglich gemacht werden, die über die Akademie Crossen zu erwerben sein wird. Die Materialien des Gesamtkongresses werden ab Januar 1997 vorliegen.

 

Wulfhard v. Grüner

 

Treffen der Arbeitsgruppe Erwachsenenpsychiatrie

 

In angewachsener Mitgliederzahl traf sich unsere Arbeitsgruppe Erwachsenenpsychiatrie am 31.08.in den Räumlichkeiten der Landesklinik Uchtspringe. Die Gastfreundschaft der Klinik und insbesondere die Bemühungen von Frau Hildegard Benzel schufen einen angenehmen Rahmen für unser Treffen. Auf unserer Tagesordnung standen folgende Themen:

 

  1. Neue Formulare und Vorgaben zur Dokumentation der Musiktherapie in der Landesklinik Teupitz (Erarbeitung einer auf unsere Methoden und Praxis abgestimmten Veränderung und Konkretisierung)
  2. Grundsätze des Verfassens musiktherapeutischer Konzepte für die jeweilige klinische. Arheit
  3. Die Symbolik des Xylophons und seine Spezifik in der Aktiven Gruppenmusiktherapie (mit praktischen Übungen)
  4. Eine fallbezogene Problematik

 

Das nächste Treffen unserer AG wird am 25.01.1997 um 12.00 Uhr in der Psychiatrischen Tagesklinik, Hamburger Straße 50 in 18069 Rostock stattfinden (Eingang Clara - Zetkin Straße). Unsere Themen, die sich z.T. an das letzte Treffen anschließen werden dann sein:

 

  1. Aktueller Stand der Dokumentation der Musiktherapie in der Landesklinik Teupitz
  2. Schwerpunkte zu Konzepterarbeitung
  3. Materialien zur Stellenbeschreibung des Musiktherapeuten
  4. Die unterschiedliche Funktion des Therapeuten in Gruppe und Dyade.

 

Weitere Anmeldungen zu diesem Treffen sind an Frau Beate Brandenburg (0381/7612108) zu richten.

 

Thomas Wosch

 

Treffen der Arbeitsgruppe "Musiktherapie in der Suchtbehandlung"

 

Das 2. Treffen unserer AG fand am 21. September 1996 im Landeskrankenhaus Uchtspringe statt. Im Mittelpunkt stand das Thema "Musiktherapie in der Entgiftungsphase". Hierzu erfolgte ein Vortrag von Dr. Frank Mund. Außerdem informierte Hildegard Benzel über Inhalte des Buches "Musik und Malen in der therapeutischen Arbeit mit Suchtkranken" von Hartmut Kapteina und Hans Hörtreiter. Ihr ist auch die Vorbereitung des Treffens und die ansprechende Versorgung in Uchtspringe zu danken. Die AG nimmt gerne noch weitere Interessenten auf. Anfragen an Dr. Mund, Leipzig, Weinbergstr.3, 0177 - 2543043 (priv.) od. 034204 - 087185 (dienstl.)

 

W. v. Grüner

 

Berufsverband klinischer Musiktherapeuten e. V. (BKM)
Deutscher Berufsverband der Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten e. V.(DBVMT)
Deutsche Musiktherapeutische Vereinigung Ost e. V. (DMVO)

 

Resolution anläßlich des VIII. Weltkongresses f. Musiktherapie, Hamburg 1996

 

Im Jahre 1995 hat die WHO-Weltgesundheitsorganisation die Musiktherapie als einen förderungswürdigen psychologischen Gesundheitsberuf anerkannt.

In Deutschland existieren seit nahezu 20 Jahren Diplom-Studiengänge auf Hochschul-bzw. Fachhochschulebene und darüberhinaus nichtstaatliche Aus- und Weiterbildungen, deren Standards von den Berufsverbänden als gleichwertig anerkannt sind und die auch öffentlich gefördert werden (AFG). Heutzutage sind MusiktherapeutInnen aus zahlreichen psychotherapeutischen und psychosozialen Einrichtungen nicht mehr wegzudenken.

In krassem Gegensatz zu der bildungsrechtlich abgesicherten Situation steht die berufsrechtliche Misere der qualifizierten MusiktherapeutInnen, denen die eigenständige Ausübung ihres Berufs Im Sinne der Hellkunde verwehrt ist. Dies spiegelt sich zum einen in der nicht definierten Eingruppierung nach BAT für MusiktherapeutInnen im öffentlichen Dienst Wider, zum andern in der fehlenden berufsrechtlichen Absicherung von ambulant tätigen Musik-therapeutInnen und der nur in Einzelfällen gewährleisteten Kostenübernahme von Musik-therapie durch öffentliche bzw. private Träger (Krankenkassen).

Aufgrund der Bedeutung von Musiktherapie als künstlerisch-kreative Psychotherapie fordern wir PolitikerInnen, Regierungen, öffentliche und private Institutionen des Gesundheitswesens auf, die gegenwärtige Lage der MusiktherapeutInnen zu verändern und verlangen:

 

  1. die Annerkennung und Legallsierung der Ausübung von Musiktherapie durch qualifizierte MusiktherapeutInnen als ein eigenständiges psychotherapeutisches Verfahren.
  2. die systematische Einbeziehung dieser nachweislich qualifizierten Berufsgruppe in die ambulante und stationäre psychotherapeutische, psychosoziale und allgemeinmedizinische Versorgung der Bevölkerung einschließlich der Niederlassungsfreiheit
  3. die volle Kostenübernahme von Musiktherapie durch qualifizierte MusiktherapeutInnen durch öffentliche und private Träger des Gesundheitswesens.
  4. die Einbeziehung der musiktherapeutischen Berufs- und Fachverbände bei der Schaffung und Gestaltung, der gesetzlichen Regelungen für Musiktherapie.

 

"Kasseler Konferenz Musiktherapeutischer Vereinigungen" 14.7.1996

 

Presseerklärung anläßlich des VIII. Weltkongresses für Musiktherapie vom 14. - 20. Juli 1996 in Hamburg

Seit der Gründung im Oktober 1994 haben sich die Vertreter von acht wesentlichen Vereinigungen auf dem Gebiet der Musiktherapie in Deutschland (Berufsverbände, Gesellschaften und Ausbildungsleitungen) an sechs Treffen auf folgenden Konsens verständigt.

 

  1. Die an der Kasseler Konferenz beteiligten Verbänden sind sich einig über die Notwendigkeit, inhaltliche Basisaussagen zur Musiktherapie gemeinsam zu formulieren und zu fixieren.
  2. Dies betrifft die Fixierung des Standortes von "Musiktherapie" als Wissenschaftsgegenstand, ihre Standortbestimmung in der realen Therapielandschaft unserer Gesellschaft, Aussagen zur Funktion der Musik, zu den Indikations- bzw. Anwendungsfeldern sowie Aussagen zu den Standards musiktherapeutischer Ausbildung. Diese Fragenkomplexe sind zum einen von wissenschaftlichem Interesse und gelten zum anderen als unabdingbare Basis für die Lösung der anstehenden berufspolitischen Fragen und Aufgaben.
  3. In der Arbeit an diesen Fragen und Aufgaben sehen wir die Chance, die Zersplitterung der Musiktherapielandschaft Deutschlands zu überwinden und, zu einer Festlegung unverzichtbarer Standards in musiktherapeutischer Ausbildung und Praxis zu kommen. Es reicht nicht aus, die Vielfalt der musiktherapeutischen Konzeptionen festzustellen; vielmehr sind die übereinstimmenden Faktoren zu definieren

 

Als Beauftragte der Kasseler Konferenz:
Ilse Wolfram und Axel Reinhardt