Deutsche Musiktherapeutische Vereinigung zur Förderung des Konzeptes nach Schwabe e. V. - DMVS e. V.

Crossener Mitteilungen Nr. 20, März 2005

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70. Geburtstag von Christoph Schwabe

 

Der Ehrenvorsitzende der DMVO Doz. Dr. phil. habil. Christoph Schwabe wurde in diesem Monat 70 Jahre alt. Anlass für uns, ihm an dieser Stelle von ganzem Herzen zu gratulieren.

Es wäre so viel zu sagen anlässlich dieses Geburtstages.

Im Vorwort zu dem vor kurzem erschienenen Band XV der Crossener Schriften von Christoph Schwabe: "Zehn musiktherapeutische Dokumente zur Wendezeit" finden Sie die folgenden Sätze, die das, was wir gern sagen möchten, auf sehr gute Weise ausdrücken:

"Wer ihn kennt, den vielseitig Begabten und Tätigen, den Musiker, Maler, Schriftsteller, Dichter, den Restaurator alter Fachwerkhäuser, den Gartengestalter und nicht zuletzt eben den Musiktherapeuten und Musiktherapielehrer, der nimmt ihm die Siebzig nicht ab.

In dieser Hinsicht gleicht er dem von ihm entwickelten musiktherapeutischen Konzept (oder sollte man besser sagen: es gleicht ihm), das bereits bald ein halbes Jahrhundert alt ist und keinerlei Anzeichen von Altersschwäche oder Verstaubtheit zeigt, sondern sich in lebendiger Anwendung und Weiterentwicklung befindet."

 

2. Wissenschaftliche Tagung der DMVO e.V.

 

2. Wissenschaftliche Tagung der Akademie für angewandte Musiktherapie Crossen und der Deutschen Musiktherapeutischen Vereinigung Ost e. V.

Improvisation - Therapie - Leben

 

Vom 11. bis 14. November 2004 trafen sich in Bad Klosterlausnitz Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten aus ganz Deutschland, aus Österreich und der Schweiz zur 2. Wissenschaftlichen Tagung der Akademie für angewandte Musiktherapie Crossen und der Deutschen Musiktherapeutischen Vereinigung Ost (DMVO) e. V., die unter dem Thema stand: Improvisation - Therapie - Leben.

 

Mit diesem Motto ist schon der Spannungsbogen angedeutet, den wir auf dieser Tagung schlagen wollten. Die Plenarvorträge an den beiden Vormittagen sollten Musiktherapeuten unterschiedlicher konzeptioneller Orientierungen ein Forum geben, um das Wesen und die Bedeutung von Improvisation als einer wesentlichen musiktherapeutischen Handlungsart aus ihrer Sicht darzustellen. In diesen sehr dicht gepackten und hohe Konzentration erfordernden Referaten ging es beispielsweise um therapeutische Potenzen, die improvisatorisches Handeln im allgemeinen und musikalische Improvisation im besonderen auszeichnet, um Fragen des Settings, die Rolle des mitspielenden oder z.B. in Gruppenimprovisationen nicht mitspielenden Therapeuten, um die Gestaltung von Improvisationen mit unterschiedlichem Klientel, um Fragen der Ästhetik des "Klimperns und Krachschlagens", aber auch um Forschungsansätze bzw. -ergebnisse. Wir sind dankbar, dass wir dafür eine Reihe prominenter Fachvertreter gewinnen konnten. Diese setzten sich dann im Anschluss an die Vorträge noch einmal in einer Podiumsdiskussion zusammen bzw. auseinander und diskutierten Fragestellungen nach dem Wesen der Improvisation sowie ihren Möglichkeiten und Grenzen in der therapeutischen Praxis. Dabei war es eine besondere Herausforderung, einleitend dazu konzentrierte Statements von je einer Minute Dauer abgeben zu müssen, damit noch genügend Zeit zur Diskussion bleibt. Nach einigen anfänglichen Irritationen entwickelte sich ein recht konstruktives Gespräch, das Tendenzen in Richtung gemeinsamer Auffassungen zu Tage förderte. So wurde beispielsweise die Frage nach dem Zusammenspiel von Struktur und Offenheit bzw. Bindung und Freiheit bei der Gestaltung von Improvisationen wesentlicher als der Streit, ob es nun die "freie" Improvisation an sich gibt oder nicht. Auch bei den Anliegen bzw. Zielen improvisatorischen Handelns gab es Übereinstimmungen im Hinblick auf Begriffe wie "Authentizität" bzw. "individuelle Kompetenz in der Beziehungsgestaltung und im Umgang mit den damit verbundenen Gefühlen". Unterschiedliche Auffassungen bestehen z.B. bei der Frage nach dem mitspielenden oder abstinent wahrnehmenden Therapeuten in der Gruppentherapie sowie dem Umgang mit dem musikalischen Material einer Improvisation.

 

Doch sehen wir schon die Tatsache als einen Erfolg, dass es möglich wurde, ganz konkrete Punkte der Übereinstimmung und der Differenz herauszuarbeiten. Hier besteht aus unserer Sicht auch weiterhin die größte Herausforderung an uns Therapeuten, wenn es um das Thema Forschung geht, und hier ist noch viel zu tun.

 

Die zahlreichen parallel stattfindenden nachmittäglichen Symposien und Workshops sollten Einblicke geben, welche Möglichkeiten Improvisation in ganz unterschiedlichen praktischen Anwendungsbereichen hat. Das Spektrum reichte dabei von der Arbeit in der Psychiatrie und Psychotherapie, über Felder der Sozial- und Behindertenarbeit bis hin zur Begleitung Schwerstkranker und Sterbender. Auch pädagogische Arbeitsfelder spielten keine unwesentliche Rolle.

 

Einige Referenten beschäftigten sich mit der Improvisation als Lebensthema, d. h. mit der Wechselbeziehung zwischen Bindung und Freiheit, zwischen Halt gebender Struktur und Aufbruchsimpulsen aus einer Sicherheit, die zur Eintönigkeit und Erstarrung führen kann. Dieses Thema griff dann zum Abschluss der Tagung Friedrich Schorlemmer in seiner aufrüttelnden Rede zum Thema "Freiheit und Verantwortung" auf und hinterließ eine große Nachdenklichkeit und innere Bewegtheit bei den Teilnehmern. Diese setzte sich fort beim hinreißenden Spiel der RambaZamba - Compagnie, einer Theatergruppe, bestehend aus Schauspielerinnen und Schauspielern mit so genannter geistiger Behinderung, die unter dem Titel "Orpheus ohne Echo" ein altes großes Thema auf eine so unnachahmliche Weise spielten, sangen und tanzten, dass es ans Herz ging. Der Applaus und die Bewunderung für diese großartige Leistung wollten kein Ende nehmen, und die Schauspieler genossen es sichtlich.

 

Nicht unerwähnt bleiben soll abschließend, dass die Tagung neben dem offiziellen Programm Möglichkeiten der persönlichen Begegnung zwischen Kollegen aus unterschiedlichen Landstrichen, Verbänden und Schulen bot, die allerdings durch die Fülle der Angebote und eine hin und wieder spürbare gegenseitige Reserviertheit nur begrenzten Raum hatten. Hier wurde der Wunsch nach mehr laut.

 

Bei der Gestaltung der Abende erwies es sich als günstig, dass Musiktherapeuten sich ihre Musik selber machen können und dass dies kein Beiprogramm, sondern Teil der Tagung war. So gab es Barockmusik, gespielt vom Ensemble "Sächsundpreußisch", das, wie der Name es ahnen lässt, aus Kollegen unterschiedlicher Verbände bestand, die zwischen Thüringen und Hamburg beheimatet sind; es gab "Musikalische Gesellschaftsspiele", zu denen jeder spontan beitragen konnte, es gab Lieder, Klavier- und Tanzimprovisationen, und es gab nicht nur zum Abschluss dieses hinreißende Theater, sondern auch am Beginn der Tagung ein Singspiel, dargeboten von Schülern einer Heilpädagogischen Schule, die uns im Wissen entließ, dass nicht nur wir Therapeuten es sind, die etwas zu geben haben.

 

Ulrike Haase

 

Mitgliederversammlung

 

Im Rahmen der Tagung wurde, wie angekündigt, am 13. November die ordentliche Mitgliederversammlung der DMVO abgehalten. Im Mittelpunkt dieser stand zum einen der Rechenschaftsbericht für das Jahr 2004 und der Kassenbericht für das Jahr 2003, zum anderen die auf Grund der abgelaufenen Amtsperiode die Neuwahl des Vorstandes. An dieser Mitgliederversammlung nahmen insgesamt 61 DMVO-Mitglieder und einige Gäste aus anderen Verbänden teil.

 

Gerhard Landes trug als erstes den Rechenschaftsbericht vor, gefolgt von dem Kassenbericht durch Ulrike Haase sowie der Bestätigung durch die Rechnungsprüfer in Person von Axel Reinhardt sowie Anke Parybyk-Landes. Es folgte daraufhin eine kurze Diskussion zu den oben genannten Punkten. Danach wurde sich mit zwei Beschlussanträgen des Vorstandes befasst, welche beide einstimmig von der Mitgliederversammlung angenommen wurden. Zum einen wurde der Paragraph 6 unserer Satzung dahin gehend geändert, dass Mitgliederversammlungen in Zukunft vom Vorstand mit einer Frist von mindestens vier Wochen (bisher zwei bzw. an anderer Stelle fehlerhaft sechs Wochen) einberufen werden müssen. Zum anderen einigte man sich auf eine neue Beitragsordnung (siehe unten). Nach diesen Beschlüssen erfolgte die Entlastung des alten Vorstandes ohne Gegenstimmen bei zwei Enthaltungen.

Im Anschluss wurde die Wahl zum neuen Vorstand durchgeführt. Als Kandidaten stellten sich zur Wahl: Ulrike Haase, Ute Haesner, Gerhard Landes, Kerstin Rilke, Antje Stolz und Matthias Trommler. An der Wahl nahmen alle 61 anwesenden DMVO-Mitglieder teil.

Alle Kandidaten wurden gewählt und nahmen die Wahl an und bilden daher den DMVO-Vorstand für die nächsten vier Jahre. Der neu gewählte Vorstand möchte sich an dieser Stelle noch einmal für das ihm entgegengebrachte Vertrauen bedanken und sieht dies Ergebnis als Verpflichtung für eine stets verantwortungsbewusste und transparente Vorstandsarbeit für die kommenden Jahre.

 

Gerhard Landes

 

Konstituierende Vorstandssitzung

Bei der konstituierenden Vorstandssitzung am 10. Dezember 2004 einigte sich der Vorstand auf folgende Ämterverteilung und Verantwortungsbereiche:

 

 

Ausbildungsgänge

 

Neben den laufenden Ausbildungsgängen, die gegenwärtig 60 Teilnehmer absolvieren, finden Sie dort zahlreiche Angebote für Spezialveranstaltungen an den Wochenenden, für die wir ausdrücklich Ihr Interesse wecken wollen.

 

An dieser Stelle möchten wir auch auf zwei, in unseren Augen sehr wichtige neue Spezialveranstaltungen im neuen Jahr hinweisen, nämlich der Veranstaltung "Musiktherapie auf dem freien Markt", welche sich vor allem mit Fragen, Problemen, Möglichkeiten u. a. der Umsetzbarkeit und Durchsetzbarkeit der eigenen musiktherapeutischen Befähigungen in der fachlichen und administrativen Öffentlichkeit befasst sowie der Spezialveranstaltung "Musiktherapie in der Dyade".

 

Beachten Sie bitte auch die modifizierten Kursgebühren, die für DMVO-Mitglieder Ermäßigungen vorsehen.

 

Notizen

 

Mitgliederstatistik

Die DMVO hat zurzeit 338 Mitglieder gegenüber 310 zum 1. Januar 2004 abzüglich 11 Austritten, die jedoch erst zum 1. Januar 2005 gültig werden. Insgesamt kam es im Jahr 2004 bisher zu 32 Eintritten.

 

Mitgliederkatalog

Den Crossener Mitteilungen beiliegend finden Sie umfangreiche Ergänzungen zum Mitgliederkatalog der DMVO. Sie betreffen sowohl Informationen über neue Mitglieder als auch Änderungen zu Angaben bereits im Katalog aufgeführter Mitglieder.

Der Katalog kann hier bestellt werden.

 

Neuer Band der Crossener Schriften

Eine Übersicht über die Bände I bis XV der Crossener Schriften finden Sie im neuen Jahresprogramm und hier.

 

An dieser Stelle sei auf den kürzlich erschienenen Band XV hingewiesen:

Band XV: Christoph Schwabe, Zehn musiktherapeutische Dokumente zur Wendezeit. Aus Anlass des 70. Geburtstages von Christoph Schwabe 2004. 11,00 €, ISBN-Nummer: 3-933358-13-2 mehr...

 

Neue Bankverbindung der DMVO e. V.

Aufgrund einer Sparkassenfusionierung ändert sich die Bankverbindung für die Gebührenzahlung.

 

Kontonummer: 312 XXX XXX
BLZ: 85050300
Kreditinstitut: Ostsächsische Sparkasse Dresden

 

Daueraufträge, Gut- und Lastschriften stellt die Sparkasse selbst um.

 

Wesentliche Teile der Crossener Mitteilungen finden Sie übrigens auch auf der Homepage der DMVO e. V. im Internet (www.dmvo.de). Dort soll auch ein Forum eingerichtet werden, das Mitgliedern die Möglichkeit gibt, Meinungen, Anfragen und Kommentare zu schreiben und so miteinander auf diesem Weg ins Gespräch zu kommen.

In diesem Sinne empfehlen wir Ihnen die Lektüre der Crossener Mitteilungen als Information über die Aktivitäten Ihres Vereins und als Anregung, sich (weiterhin) mit Engagement daran zu beteiligen.

 

Mit guten Wünschen für das neue Jahr
Ihre Redaktion der Crossener Mitteilungen

 

Impressum

 

Die "Crossener Mitteilungen" sind das Forum für Berichte, Informationen und Diskussionen der Deutschen Musiktherapeutischen Vereinigung Ost e.V. (DMVO) zu berufspolitischen, vereinsinternen und musiktherapeutisch-fachlichen Fragen. Sie erscheinen halbjährlich und kostenfrei für alle Mitglieder der DMVO.

 

Herausgeber: Vorstand der DMVO
Redakteurin: Antje Stolz

Redaktionsschluss: für die nächsten Crossener Mitteilungen ist der 15.5.05, Beiträge der Mitglieder der DMVO bis zu diesem Termin sind ausdrücklich gewünscht.

Nächste Ausgabe: erscheint im Juni 2005