Deutsche Musiktherapeutische Vereinigung zur Förderung des Konzeptes nach Schwabe e. V. - DMVS e. V.

Crossener Mitteilungen Nr. 22, Januar 2006

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Wechsel in der Leitung der Akademie für angewandte Musiktherapie Crossen

 

Ab 1. Januar 2006 ist mir durch den Vorstand der DMVO, durch den Akademieleiter und das Dozententeam die Leitung der Akademie für angewandte Musiktherapie Crossen übertragen worden. Ich freue mich über das mir entgegengebrachte Vertrauen und möchte meine Kraft, meine Überzeugung, meine Liebe zur Sache und meine Ideen für die Arbeit im neuen Wirkungsbereich einsetzen. Ich bin sehr froh, mich dabei von einem hoch engagierten Mitarbeiterteam umgeben zu wissen, dessen Miteinander von Offenheit und Kooperationsfähigkeit geprägt ist.

 

Die Akademie für angewandte Musiktherapie Crossen hat sich in den nunmehr fast vierzehn Jahren ihres Bestehens zu einer anerkannten Ausbildungsstätte für Musiktherapeuten entwickelt. Sie musste manches Mal auch durch schweres Fahrwasser gehen, aber sie hat ihren Weg bisher gut gemeistert, was zum ganz großen Teil das Verdienst ihres bisherigen Leiters Dr. Christoph Schwabe ist. Ihm sei an dieser Stelle von Herzen gedankt für alles, was er an Lebenskraft, Ideen und Stehvermögen diesem Werk gegeben hat.

 

Ich übernehme ein gutes Erbe und möchte seine Kontinuität wahren, deren Grundsätze mir selbst im Laufe meiner Arbeit so wichtig geworden sind und die umrissen werden können durch die Aussagen:

 

 

In diesem Sinne wünsche ich allen Kolleginnen und Kollegen, allen Ausbildungsteilnehmern und DMVO - Mitgliedern ein gutes Jahr 2006, in dem Tun und Lassen die Zeit bekommen, die sie jeweils brauchen.

 

Ulrike Haase

 

Aufbaukurs Regulative Musiktherapie (RMT) 2006

 

Auf Grund des mehrfach geäußerten Interesses wird ab 2006 ein

 

Aufbaukurs RMT

 

angeboten, zu dem möglichst bald Anmeldung erfolgen sollte. Die Mindestteilnehmerzahl beträgt acht Personen. Der Aufbaukurs RMT besteht aus drei Wochenendkursen Selbsterfahrung sowie drei Wochenendkursen Leitertraining (Beginn jeweils Freitag 19 Uhr, Ende Sonntag 12 Uhr) und endet mit einem Teilnahmezertifikat.

 

Die Kosten belaufen sich auf insgesamt 900 Euro, die in monatlichen Raten zu je 150 Euro bezahlt werden können.

Teilnahmevoraussetzungen sind Grundkenntnisse in RMT beispielsweise durch eine Ausbildung mit dem Abschluss "Sozialmusiktherapie".

 

Termine:
Beginn: Herbst 2006
20.10.  -  22.10.2006
17.11.  -  19.11.2006
08.12.  -  10.12.2006

 

Die Termine für die drei Wochenenden "Leitertraining" werden im Sommer 2006 innerhalb des dann vorliegenden Programms der Akademie mitgeteilt.

 

Leiter der Aufbaukurses RMT ist Doz. Dr. phil. habil. Christoph Schwabe.

 

Fortbildungssymposium der SAMT

 

Am 08. bis 10. September 2006 findet in Berlin das erste Fortbildungssymposium der SAMT (Ständige Ausbildungsleiter-Konferenz Musiktherapie), dem Kontaktorgan der privatrechtlichen Musiktherapieausbildungen in Deutschland, statt. Es steht unter dem Thema "Horizonte erweitern - Spezifische Ansätze und konkrete Praxis". An diesem Wochenende wollen sich alle vertretenen Institute, unter anderem auch unsere Akademie für angewandte Musiktherapie Crossen in Form von Vorträgen und/oder Workshops vorstellen. Das genaue Programm sowie offizielle Anmeldeformulare finden Sie unter www.musiktherapie-crossen.de Homepage Akademie für angewandte Musiktherapie [neues Fenster] und können Sie etwa ab April über unsere Geschäftsstelle erhalten.

 

Gerhard Landes

 

Zeit in der Therapie - Therapiezeit
Ein Rückblick auf den Thüringisch-Sächsischen Musiktherapietag der DMVO e.V. in Eisenach

 

Anhand des mir in die Hände gefallenen Programms wurde mir deutlich, in wie viel Varianten das Wort Zeit auftaucht und wie viele Bedeutungen dahinter sich verbergen können. Später im Duden sah ich noch mehrere Varianten und war unschlüssig, was das mit meiner Arbeit zu tun haben wird.

Der Samstag begann sehr regnerisch und ich hatte trotzdem das gute Gefühl, dass ich heute eine "gute Zeit", eine "interessante Zeit" haben werde. Schade war nur, dass ich aus meinem Kurs kaum als drei Kollegen zu Gesicht bekam und ich merkte, wie die anderen Mitstreiter, mir nach so langer (Urlaubs)zeit gefehlt haben. Ich wurde aber mit neuen Kontakten entschädigt.

Das Programm war interessant und kurzweilig. Im Eingangsreferat wurde ich Zeuge von unterschiedlichsten Betrachtungsweisen über die "Zeit". Erwartet habe ich aber kaum eine wissenschaftliche Herangehensweise. Die unterschiedlichsten Betrachtungsweisen zum Thema Zeit brachten mich auf eine philosophisch angehauchte Reflektion, wie man dies nicht alle Tage macht.

Ich stelle immer wieder fest, dass die effektivste Art und Weise mitzubekommen, was der mir anvertraute Patient in der Therapie wirklich braucht, und nicht was ich glaube was er gebrauchen könnte, ist die Selbsterfahrung. Deshalb waren die nachmittäglichen Arbeitsgruppen wichtig und lehrreich und keine "Zeitverschwendung". Es war lediglich schade, dass für ausprobieren, wegen der zur gleichen Zeit stattfindenden Gruppen, "keine Zeit" war.

Die Arbeitsgruppen waren gut besucht und vermittelten eine Bandbreite von Mitteln und Möglichkeiten in der Musiktherapie Wahrnehmungen, Zeitempfinden, Rollenverhalten und Kreativität zu fördern.

Es gab auch Raum und Zeit für Berufsgruppenpolitische Diskussion und Auseinandersetzung, um auch Neugierige für die Musiktherapie und Ausbildung zu motivieren. Ein Kollege von mir, den ich für diese Tagung gewinnen konnte, war begeistert über die Möglichkeit, auch mit Zeit zu experimentieren, so das er jetzt überlegt, die Ausbildung zum Musiktherapeuten zu machen.

Am Ende ist zu erwähnen, dass ich sehr zufrieden war mit den Angeboten und darüber hinaus die Fortführung solcher Tagungen als zusätzliche Austauschplattform sehr begrüßen würde.

 

Andreas Holl

 

Fünf Fragen an Frau Dr. Magdalene Kemlein

 

  1. Frau Dr. Kemlein, Sie sind Ehrenvorsitzende der DMVO. Wie kam es dazu?

 

Vermutlich, weil ich wohl das älteste Gründungsmitglied unserer Vereinigung bin (Jg. 1930) und im Jahr 1958 als erste Musikerin im Osten Deutschlands die Gelegenheit bekam, "Aktive Gruppenmusiktherapie" in einer Klinik für Psychotherapie einzuführen.

 

  1. Sie sind von Ihrer Ausbildung her Diplom-Musikpädagogin. Wie kamen Sie mit Musiktherapie in Berührung?

 

Mein Elternhaus war von Medizin und Musik gleichermaßen geprägt. Mein Vater war praktischer Arzt und geigte, meine Mutter Krankenschwester und spielte Klavier, wir vier Geschwister erlernten jeder zwei oder drei Instrumente, und das gemeinsame Singen war geliebte Selbstverständlichkeit. Schon als Kind und Jugendliche erlebte und beobachtete ich in sehr schweren Zeiten und Situationen (Krieg, Nachkrieg, Erkrankungen in der Familie) vielfältige positive psychophysische Auswirkungen des Singens, Musizierens und Musikhörens, und es wuchsen daraus Vorstellungen von einer beruflichen Tätigkeit.

 

  1. Ihre musikalischen Arbeitsgebiete waren schon sehr vielfältig. Gab es Verbindungen z.B. zwischen Konzerttätigkeit, Chorleitung, Atem- und Stimmtherapie und der Musiktherapie?

 

Nach meinem Staatsexamen für Schulmusikerziehung an der Weimarer Hochschule unterrichtete ich dort von 1953 bis 1958 folgende Fächer: Liedspiel und Improvisation - Chorleitung (auch "Techniken des offenen Singens") - Rhythmische Erziehung - Arbeit mit dem Orffinstrumentarium - Volkstanz.

Aus allen diesen Bereichen konnte ich die Erfahrungen in die therapeutische Arbeit einbringen, begleitet und unterstützt von Herrn Chefarzt Dr. Born, Krhs. Dresden-Oberloschwitz, später Klinikum Weißer Hirsch.

 

  1. Sie sind ja nun im so genannten Ruhestand. Welche Rolle spielt da die Musik momentan?

 

O, wo anfangen, wo aufhören!

 

  1. Gibt es etwas, das Sie der jüngeren Generation von Musiktherapeuten mit auf den Weg geben können?

 

Mühen, die sich lohnen:

 

Herzliche Grüße! M.K.

 

Notizen

 

Frau Iris Valentin möchte in Zusammenarbeit mit der Deutschen Tinnitus-Liga ein Musiktherapeuten-Netzwerk aufbauen. Wenn Sie sich in eine entsprechende Liste eintragen wollen, finden Sie diese und weitergehende Informationen auf unserer Website.

 

Impressum

 

Die "Crossener Mitteilungen" sind das Forum für Berichte, Informationen und Diskussionen der Deutschen Musiktherapeutischen Vereinigung Ost e. V. (DMVO) zu berufspolitischen, vereinsinternen und musiktherapeutisch-fachlichen Fragen. Sie erscheinen halbjährlich und kostenfrei für alle Mitglieder der DMVO.

 

Herausgeber: Vorstand der DMVO
Redakteurin: Antje Stolz

Redaktionsschluss: für die nächsten Crossener Mitteilungen ist der 01.05.06, Beiträge der Mitglieder der DMVO bis zu diesem Termin sind ausdrücklich gewünscht.

Nächste Ausgabe: erscheint im Juni 2006