Deutsche Musiktherapeutische Vereinigung zur Förderung des Konzeptes nach Schwabe e. V. - DMVS e. V.

Rundbrief Dezember 1994

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DMVO e. V.

 

Liebe Mitglieder der DMVO!

Am 2. Oktober 94 fand die 4. Mitgliederversammlung der DMVO in Wetzdorf statt. Ebenfalls an diesem Wochenende war die Arbeitstagung der Akademie für angewandte Musiktherapie Crossen in Zusammenarbeit mit der DMVO und dem Behindertenverband Gera zum Thema "Aggression und Sucht als Herausforderung für musikpädagogisches und musiktherapeutisches Handeln". Nach dieser Arbeitstagung hat uns Frau Christiane Merten ein Manuskript zugesandt, welches wir im Rundbrief veröffentlichen.

 

Die Mitgliederversammlung der DMVO fand dieses Jahr leider nur sehr geringen Zuspruch, so daß die wenigen anwesenden Mitglieder den Tagesordnungspunkt "Satzungsänderungen" strichen, bzw. auf die nächste Mitgliederversammlung vertagten. Dr. Christoph Schwabe sprach zur Situation der DMVO. Nachfolgend einige wichtige Schwerpunkte: - Die Situation der DMVO stellt sich derzeit schwierig dar, da die Arbeit nur von sehr wenige Personen getan wird. Der Vorstand der DMVO benötigt eine kooperative Gruppe. - Innerhalb der DMVO vollzieht sich derzeit eine Gewichtsverlagerung vom klinisch medizinischen Bereich hin zum sozialtherapeutischen Bereich. Dies zeigt sich zum einen in der Zusammensetzung der DMVO - Mitglieder, zum anderen in den Ausbildungskursen. - Im Frühjahr 94 waren Dr. Christoph Schwabe und Axel Reinhardt auf Einladung von Prof Decker - Voigt in Hamburg zur Gründung des Nationalkommitees zur Vorbereitung des 8. Weltkongresses der Musiktherapie im Juli 1996 in Hamburg. Später wurde Frau Ingrid Mederacke in dieses Kommitee nachgewählt. Die Ostdeutsche Musiktherapie hat damit die Möglichkeit, sich auf dem Weltkongress zu präsentieren. Es sollten so viel wie möglich DMVO - Mitglieder aktiv am Weltkongress teilnehmen. Als Themen wurden festgelegt: Praxis und Musiktherapie , Musiktherapie und Gesellschaft .- Forschung; Musiktherapiekonzepte ; Anwendungsfelder der Musiktherapie. Ansprech und Kooperationspartner für mögliche Aktivitäten sind die drei oben Genannten. - Die Situation der Akademie für angewandte Musiktherapie Crossen hat sich auch geändert. Aus finanziellen Gründen mußte die Ausbildungsstätte Schloß Crossen aufgegeben werden. Mit dem Behindertenverband Gera als Verbündetem wurde das Musik-therapeutische Zentrum Niederpöllnitz als Ausbildungsstätte der Akademie aufgebaut. Wichtig ist die enge Zusammenarbeit von Akademie und DMVO.

 

Informationen zur Mitgliederzahl und den Finanzen (Stand vom 1.10.94)

 

Das Konto der DMVO in Chemnitz wurde aufgelöst. Das aktuelle und nunmehr einzige Konto der DMWO ist bei der Kreissparkasse Dresden

 

BLZ: 850 55122
Kto.- Nr.: 322 XXX XXX

 

 

Zertifikate der DMVO wurden an folgende Mitglieder überreicht: Dr. Wulfhard von Grüner, Inge Moors, Ulrike Haase, Uta Kittel, Christiane Merten, Marion Schwark, Ulrike Göber und Thomas Wosch.

 

Frau August und Frau Langer erklärten ihren Rücktritt aus dem Vorstand der DMVO. In Folge dieser Rücktritte wurden Frau Petra Jürgens und Herrn Hans - Jürgen Steglich, die sich zur Mitarbeit bereit erklärten, in den Vorstand der DMVO kooptiert.

 

Auf der letzten Vorstandssitzung wurde beschlossen, eine Geschäftsstelle der DMVO einzurichten. Diese befindet sich in Musiktherapeutischen Zentrum in Wetzdorf, und wird von Prof Rudloff als geschäftsführendem Vorstandsmitglied geleitet. Die Geschäftsstelle soll als Anlaufpunkt und Koordinationsstelle für alle Aktivitäten der DMVO dienen. Alle Formalitäten (Anmeldungen, etc.) und Finanzen bearbeitet weiterhin Herr Hütter.

 

Im Ergebnis der Mitgliederversammlung erreichten uns Briefe von Frau Blüm, Frau Benzel und Herrn von Grüner, die wir ebenfalls veröffentlichen. Diese Initiativen sollen Anregung zu möglichen Aktivitäten der DMVO sein.

 

Zum Schluß möchten wir Sie informieren, daß das 3. und 5. Kapitel der Musikalischen Elementarerziehung, erschienen im Eigenverlag der Akademie, ab sofort zum Preis von 45,00 DM erhältlich ist.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

"Nachklang" 1994 und "Vorweggedanken" zu einer Arbeitstagung 1995

 

Arbeitstagung in Gera vom 30.9. - 1.10.1994 mit dem vielversprechenden Thema:

"Aggression und Sucht als Herausforderung für musikpädagogisches und musiktherapeutisches Handeln", dazu Referenten, auf die ich neugierig war.

Wo andere drei zusammenhängende Tage zu einem Kurzurlaub nutzten, fuhr ich gut motiviert Richtung Gera, um möglichst viele Anregungen für die therapeutische Gruppenarbeit in unserer Erziehungs- und Familienberatungsstelle zu bekommen. Irgendwo zwischen Dessau und Leipzig versäumte ich den Beginn der ,agung, während des Abendbrots immerhin schon fast in Thüringen, hatte ich mir nach 7 stündiger Autofahrt das Rostbrät'l wirklich verdient. Was störte es mich da noch, daß die Vertreter der Landtagsfraktionen nicht gekommen waren. Den letzten Tanz mit Frau Böhm ließ ich mir dann nicht nehmen, ehe ich ins für mich neue Wetzdorf fuhr (endlich wieder im Auto), wo mich das "Muhen" der Kühe nach diesem Tag eigentümlich berührte. Statt des alten Crossener Schlosses entschädigte mich ein neues freundliches Quartier.

 

Am nächsten Tag große Enttäuschung nach der Ankündigung (oder besser Abkündigung), daß die Vorträge von Prof. H. Kapteina, A. Reinhard, I. Mederacke und I. Langer nicht gehalten werden. Gerade von ihnen hatte ich mir praktische Anregungen für die bei uns auch stattfindende präventive Gruppenarbeit zum Thema Sucht, Schulalltag und Gewalt versprochen. Daneben fand ich mich in der übermacht und in der Diskussion deutlich gewordenen Herangehensweise von vor allem musikpädagogisch arbeitenden Kollegen wenig wieder. So standen die inzwischen für mich selbstverständlich gewordenen therapeutischen Grundpositionen, wie etwa im Beitrag von U. Haase und Dr. Ch. Schwabe beschrieben, mehr im Kreuzfeuer einiger Lehrer, als daß es eine Annäherung zum konkreten Umgang mit Aggression und Sucht gegeben hätte. So wurden meine Erwartungen für dieses Mal leider wenig erfüllt und interessanter blieben eigentlich die persönlichen Gespräche am Rande. Dies veranlaßt mich auch, zu versuchen, Wünsche und Vorschläge für eine nächste Arbeitstagung zu formulieren:

 

  1. Direkter Bezug der Fachvorträge von kompetenten Vertretern zum Thema der Arbeitstagung (Wiederholungen von Themen früherer Arbeitstagungen und von bereits gehaltenen Vorträgen schaden eher dem Ansehen der DMVO)
  2. Vorstellung verschiedener theoretischer Konzeptionen aus unterschiedlichen Arbeitsgebieten/Anwendungsgebieten
  3. stärker interessenbezogene Arbeitsgruppen und Workshops
  4. Vorschläge für die Abendgestaltung z.B. Kulturangebot und gemeinsames Musizieren

 

Als Thema für eine mögliche Arbeitsgruppe schlage ich vor:

"Musiktherapeutische Möglichkeiten in der Betreuung von Kindern mit Mißbrauchserfahrungen"

 

Ich arbeite seit 1991 in der Erziehungs-. und Familienberatungsstelle des Bezirks Amtes Berlin Köpenick als Sozial- u. Musiktherapeutin. Zu etwa gleichen Teilen setzt sich meine Arbeit aus psychologischer Diagnostik, Beratung und Therapie zusammen. Bei der Betreuung von ca. 50 Familien im Jahr nimmt die therapeutische Begleitung von sexuell mißbrauchten Kindern einen Schwerpunkt meiner Arbeit ein. Bisher wurden von mir 7 Mädchen zwischen 2 1/2 und 11 Jahren nach einer Aufdeckungsphase ausschließlich einzeln, davon stundenweise auch musiktherapeutisch betreut.

Der Gedanke, Mädchen mit Mißbrauchserfahrungen nach einer längeren musiktherapeutischen Einzelphase in einer Gruppe weiterzubetreuen ist seit geraumer Zeit da, jedoch konzeptionell und methodisch noch nicht ausgereift. Ich bin dran interessiert, mit Musiktherapeuten, die in diesem Arbeitsgebiet ebenfalls tätig sind, ins Gespräch zu kommen. Gleichzeitig denke ich, daß diese Thematik genug Interessenten für eine Arbeitsgruppe auf einer Arbeitstagung 1995 finden könnte.

 

Für Interessierte dieser Thematik hier meine Adresse:
Christiane Merten, Bruno-Wille-Str. 75, 12587 Berlin, Tel.: 030/6452018

 

Brief von Frau Blühm

Liebe Vereinsmitglieder!

Seit Bestehen unserer Vereinigung sehen wir mit großer Sorge eine Veränderung der im Verein vertretenen Berufsgruppen zu Ungunsten der Klinischen Psychologen/innen. In meiner Funktion als Interessenvertreter dieser Berufsgruppe im Vorstand der DMVO möchte ich alle Kollegen/innen aufrufen, sich zu einer gemeinsamen Arbeit zu positionieren. Dazu möchte ich ein Arbeitstreffen organisieren, in welchem wir unsere weiteren Aktivitäten festlegen sollten. Bitte teilen Sie mir kurz schriftlich mit, ob Sie an diesem Treffen und an weiteren Aktivitäten interessiert sind. Den genauen Ort und Zeitplan würde ich nach Eingang Ihrer Rückmeldungen sofort bekanntgeben. Zuschriften bitte an:

 

Dipl.- Psych. Sylvia Blühm, Markt 14, 09484 Oberwiesenthal

 

Brief von Herrn von Grüner

Musiktherapie in der Suchtbehandlung Die DMVO beabsichtigt einen Austausch über Fragen und Probleme der Suchtbehandlung dies vor dem Hintergrund zunehmender Brisanz von Suchtverhalten in unserer Gesellschaft. Auf wenig zeitaufwendige Weise sollen zunächst konzeptionelle Ansätze, Arbeitsmethoden, Erfahrungen und Probleme ausgetauscht werden. Dies mag die jeweilige Arbeit der beteiligten anregen, der DMVO eine Übersicht ermöglichen und zu einschlägigen Erkenntnissen führen. MusiktherapeutInnen, die sich an dieser Zusammenarbeit beteiligen wollen, wenden sich bitte recht bald an -. Dr. Wulfhard von Grüner, Medizinisch und Soziales Zentrum Angermünde, Rudolf Breitscheid - Str. 37, 16271 Angermünde, bzw. Tel. priv. (030) - 9225586

 

Brief von Frau Benzel

Angeregt durch die Mitgliederversammlung der DMVO am 2.10.94 in Niederpöllnitz/ Wetzdorf, möchte ich klinisch tätige Musiktherapeuten aufrufen, mit mir in einen Erfahrungsaustausch zu treten bzgl. folgender Thematik : Musiktherapie bei schizophrenen Patienten, sowie musiktherapeutisches Handeln bei Suchtpatienten. Ich arbeite allein als Musiktherapeutin im Landeskrankenhaus für Neurologie und Psychiatrie Uchtspringe bei Stendal uns somit ist mein Arbeitsfeld sehr umfangreich (Erwachsene und Kinder mit unterschiedlichsten Störungen, bei denen sich Musiktherapie ins Gesamtbehandlungskonzept einfügt). Ein weiterer Gesichtspunkt für diesen Rundbrief ist für mich, den Arbeitskreis als Verständigungs- und Begegnungsstätte in Sachsen - Anhalt zu beleben. Meine Adresse lautet: Hildegard Benzel, Dorfstr. 19, 39599 Volkfelde, Tel. (039325) - 355